Macht euch keine Sorgen. Betrachtet die Premiere als Generalprobe. Wir lassen es jetzt einmal durchlaufen und konzentrieren uns auf die Türen und die Sardinen. Auftritte, Abgänge. Sardinen rein, Sardinen raus. Das ist
Farce. Das ist Theater. Das ist Leben. (Erwin, Regisseur)
Eine Theatergruppe (Das Theater am Hof ) begibt sich auf Tournee. Der Regisseur ist verzweifelt. Die Gruppe hatte nur zwei Wochen Zeit das Stück „Nackte Tatsachen“ zu proben und so sitzt der Text noch nicht so ganz bei der Generalprobe und auch die Abläufe sind noch nicht so ganz klar. Obendrein machen die Beziehungsprobleme der Crew untereinander den Leuten zu schaffen, was für einen reibungslosen Ablauf der Aufführungen hinderlich ist. Das Publikum begleitet die Truppe über drei Stationen und sieht immer
den ersten Akt der Farce aus unterschiedlichen Perspektiven: von chaotisch über verrückt bis hin zum nackten Wahnsinn. (Eine Liebeserklärung an das Theater, die Kunst und an den Menschen.) Eine Farce muss in unmittelbarer Wahrhaftigkeit verankert sein. Verzweiflung darf die Charaktere zwar schlussendlich in die absurdesten und unmöglichsten Situationen bringen, doch diese Verzweiflung ist zunächst einmal herbeizuführen. Die Ursache muss in der möglichen Gefahr einer Verlegenheit liegen, die dem Publikum so vertraut ist, dass es vor lauter Mitgefühl schweißnasse Hände hat. (Michael Frayn) Michael Frayn benutzt in seiner berühmten Komödie das Spiel im Spiel und lässt uns durch diese (unendlich fortsetzbare) Entgrenzung über Wahrheit und Fiktion, Kunst und deren Produktion nachdenken und das Spiel und dessen kostbaren Freiheitsmoment feiern. (Residenztheater)
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